Wie können wir unsere bäuerliche Landwirtschaft in den Regionen unterstützen und erhalten?
Wie können wir unsere bäuerliche Landwirtschaft in den Regionen unterstützen und erhalten?
Der Strukturwandel in der Landwirtschaft hat in den letzten Jahren sehr stark an Fahrt aufgenommen. Durch die erschwerten Rahmenbedingungen, den schlechten Erlösen und die extreme Arbeitsbelastung haben sehr viele Höfe ihre Tore für immer geschlossen bzw. schließen müssen.
Das wirkt sich unweigerlich auf die Infrastruktur in den Dörfern aus. Gasthöfe verschwinden. Dorfläden gibt es so gut wie keine mehr, Bäckereien auch nicht. Dörfer verändern sich in eine Ansammlung von Häusern und Höfen. Lokales Leben, gemeinsame Feste und Vereine sterben einen stillen Tod.
Unsere Kinder wissen kaum noch wie moderne Bauernhöfe aussehen, geschweige denn, wie Tiere heute gehalten werden. Ein Ferkel einmal in den Armen gehalten oder von einem Kälbchen an den Fingern lutschen lassen? Einfach mal Stallluft riechen? Das sind Erfahrungen, die jedes Kind gemacht haben sollte.
Discounter bestimmen heute den Lebensmittelhandel, Großbäckereien beliefern nur noch ihre Filialen an den zentralen Orten mit Standardware. Wer auf dem Dorf nicht mobil ist, hat keine Möglichkeit mehr sich zu versorgen, denn der öffentliche Nahverkehr entspricht nicht den geänderten Notwendigkeiten.
Hast Du dich nicht auch schon öfters gefragt, wo deine Lebensmittel herkommen?
Da werden Milch und Milchprodukte aus Süddeutschland nach Norddeutschland und umgekehrt gefahren und anschließend zu Dumpingpreisen angeboten. Ein Liter Milch ist mittlerweile billiger wie ein Liter Mineralwasser? Wie kann das sein?
Warum können frisch produzierte Lebensmittel nicht in den Regionen verbleiben und dort auch vermarktet werden? Unsere Gesellschaft investiert lieber in LKW’s, Sprit und Reifen, um billigst produzierte und letztlich oft wertlose Lebensmittel in Europa herum zu fahren, anstatt diese hochwertig, vitaminreich und nachhaltig zu erzeugen. Jeder sollte sich bewusst sein, dass das, was er an Nahrung zu sich nimmt, ein Teil von ihm wird. Nimmst Du „Dreck“ zu Dir, dann wirst Du eben krank. Nicht gleich, aber schleichend. So ist es eben!
Biogemüse in Plastik verpackt (wie schizophren ist das denn?!) liegt beim Discounter neben konventioneller Ware, ist manchmal nicht einmal teurer. Oft kommt „Bio“ von außerhalb europäischer Herkunftsländer und unterliegt damit keinen „Bio-Mindeststandards“
Und die Kunden greifen zu, in dem Glauben etwas Gutes für sich und die Umwelt zu tun. Die Frage ist, tun sie es auch? – Denk mal nach!
Und die Kunden greifen zu, weil ihnen über Jahrzehnte eingetrichtert wurde, dass Lebensmittel billig sind und gut aussehen müssen, perfekt… ein Apfel wie der andere. – Mit dem Thema werde ich mich demnächst einmal beschäftigen!
Die AGORA-Deutschland bietet allen Menschen in der Region ihr Netzwerk an um Familien, Alte und Junge mit regionalen Bauern, Hofläden, Handwerkern und Dienstleistern zu verbinden. Das ist gelebte Nachhaltigkeit und keine politische Worthülse!
Autoren: IRO / DRW