Lebensmittelpreise
Heute habe ich einen Spaziergang durch den farbenprächtigen Herbstwald gemacht, Dabei fragte ich mich, woher denn meine Lebensmittel kommen und wer diese produziert. Haben wir denn genug davon, dass jeder in unserem Land satt wird. Und werden diejenigen, die die Lebensmittel produzieren, vernünftig entlohnt.
Ich will jetzt keinen Aufsatz darüber schreiben, nur ein paar Schlagwörter zum Nachdenken aufschreiben!
Im Jahr 2020 haben wir in Deutschland im Durchschnitt nur 12% der Haushaltsausgaben für Lebensmittel aufgewendet (Quelle: Bundesinformationszentrum Landwirtschaft, EUROSTAT). Während die Preise von 2019 zu 2020 beim Gemüse (ca. 4%), Obst (ca. 24%) und insbesondere bei den Erdbeeren (ca. 39%) gestiegen sind, fielen die Preise bei Milch (ca. -2%), den Schlachttieren (ca. -6%) und den Kartoffeln (ca. -40%). Sind also Erdbeeren so viel wertvoller als Kartoffeln?
Während 1990 noch 7% des Brotpreises beim Landwirt ankam, waren es 2019 nur noch 4%. Ähnliches beim Fleisch: 1990 noch 28%, 2019 noch 22%. und auch bei der Milch: 1990 43% und 2012 noch 39%.
Dem gegenüber müssen wir stellen, was in dieser Zeit an Kaufkraftverfall in der Währung eingesetzt hat. Zwischen 1990 und 2020 waren das rund 40%! Kann man selber testen unter folgendem Link: https://www.finanzen-rechner.net/inflationsrechner.php
Schauen wir uns in diesem Zusammenhang die Preisentwicklung an… Mai 2020 im Verhältnis zum Vorjahresmonat: Obst: +10,5%; Fleisch +9,2%; Gemüse +2,7%; Molkereiprodukte +2,9%. (Quelle: Bundesinformationszentrum Landwirtschaft / Statistisches Bundesamt).
Bei Milch, Kartoffeln, Zucker und Fleisch könnten wir uns in Deutschland vollständig selbst versorgen. Allerdings benötigen wir aktuell noch Importe für Gemüse, Obst, Eier und Getreide.
Und gleichzeitig machen wir unseren Landwirten das Leben jeden Tag schwerer, unattraktiver. Mit Preisen, die die Kosten nicht mehr decken. Mit Vorschriften, die vorbeigehen an der Lebenswirklichkeit. Mit Mobbing in den sozialen Netzwerken.
Also werden Lebensmittel für Deutschland von weit her transportiert. Allein 40% innerhalb der EU geht über den Seeweg. Was schätzt Du, wie viele Schiffe gerade unterwegs sind? Dann schau mal hier: https://www.schiffs-radar.de/schiffspositionen.php. Weltweit sind derzeit ca. 90000 Schiffe auf den Weltmeere auf ihren Routen. Wenn man diese Echtzeitdarstellung sieht, bekommt die CO2-Diskussion durchaus eine andere Dimension.
Es ist Zeit, die Produktion von Nahrungsmitteln wieder attraktiver zu machen. Es ist Zeit, den Landwirt wertzuschätzen, denn er versorgt heute fast 140 Bürger unseres Landes (1990 waren es noch 69). Es ist Zeit Regionalität vor lange Transportwege zu setzen.
Die Zeit ist jetzt!
Autor: BEMA / DRW